Die richtige Kultur von Drosera (Sonnentau)


Sonnentau im Moor
Drosera rotundifolia

Drosera, der Sonnentau, zählt mit weit über 200 Arten zu den artenreichsten Gattungen unter den fleischfressenden Pflanzen. Diese Gattung findet sich auf beinahe jedem Kontinent der Erde und an unterschiedlichsten Standorten, vom tropischen Regenwald, über gemäßigte Hochmoore in Europa bis hin zum 40°C heißen australischen Outback.

Entsprechend unserem Angebot gehen wir hier auf die Kultur winterharter Droseraarten der gemäßigten Klimazone sowie subtropischer, afrikanischer bzw. australischer Arten ein.

 

 

winterharte Arten...

 

Winterharte Drosera sind äußerst problemlos in der Kultur. Alle diese Arten bevorzugen ein saures Bodenmilieu auf Weißtorfbasis. Es kann hier je nach Kulturweise (Topfkultur, Moorbeet) mit reinem Weißtorf oder Mischungen aus Weißtorf und Zusätzen wie Perlite und Quarzsand gearbeitet werden. Dabei können die Pflanzen ganzjährig in Töpfen oder direkt im Moorbeet oder am Gartenteichrand kultiviert werden.

Halten sie die Pflanzen dauerhaft nass, eine Anstaubewässerung von 1-2cm eignet sich optimal. Stellen Sie dazu die Pflanze in einen mit Wasser gefüllten Untersetzer und halten den Wasserstand in diesem auf angegegebem Niveau.

Alle Arten lieben die volle Sonne! Je mehr Licht, desto schöner die Ausfärbung im Sommer.

 

In den Wintermonaten benötigen alle Arten ihre Winterruhe. Falls die Pflanzen im Moorbeet wachsen, regelt die Natur alles allein, lässt die Pflanzen im Herbst in Winterruhe gehen und im Frühjahr wieder austreiben.

Falls Sie eine Topfkultur bevorzugen, müssen Sie etwas mehr Obacht geben. In der Winterruhe ziehen sich die Pflanzen in ihr Überwinterungsorgan, das Hibernakel, zurück. In diesem Zustand verweilen sie solange, bis die Temperaturen wieder steigen und die Tage länger werden.

Ohne eine solche Winterruhe, in der die Temperaturen nicht über 5°C liegen sollten, werden die Pflanzen schwächlich und drohen im Folgejahr zu verkümmern.

Eine zusätzliche Beleuchtung ist in dieser Zeit nicht nötig, das die Pflanzen sich nicht im Wachstum befinden.

 

 

subtropische und tropische Arten...

 

Diese Gruppe umfasst alljene Arten, die ganzjährig ein frostfreies Klima am Naturstandort gewohnt sind. Pflanzen aus diesen Gegenden vertragen unseren heimischen Winter mit Temperaturen unter 0°C nicht! Einige Arten, wie z.B. Drosera regia, benötigen zwar eine kühle Winterperiode bei 5-10°C, sollten jedoch keinem Frost ausgesetzt sein.

Auch in dieser Gruppe sind alle Arten an ein saures Bodenklima angepasst und all unsere Drosera im Shop gedeihen bestens in einem Substrat auf Weißtorfbasis. Auch die Anstaubewässerung eignet sich optimal. Zudem benötigen subtropische und tropische Arten keine unterschiedlichen Jahreszeiten und können ganzjährig warm und feucht durchkultiviert werden. Im Winter empfiehlt sich hierbei eine Zusatzbeleuchtung, da die Lichtverhältnisse am Fensterbrett oftmals keine sehr schönen Ergebnisse hervorbringen. Alles Arten dieser Gruppe eignen sich für Einsteieger ganz besonders und erweisen sich allgemein als Problemlos in der Kultur.

 

Eine Ausnhame hierbei stellt Drosera regia dar. Der Königssonnentau ähnelt in seinen Kulturansprüchen deutlich mehr denen von Cephalotus oder Darlingtonia und ist keine Moorpflanze.

Diese Pflanzen stammen aus dem südafrikanischen Hochland und wachsen dort nur noch an einer einzigen Stelle, sind somit akut vom Aussterben bedroht.

Drosera regia bevorzugt ein sehr mineralisches Substrat und milde Temperaturen im Sommer (möglichst nicht über 30°C).

Im Winter sollte eine kühle Periode zwischen 5-10°C durchlaufen werden, damit die Pflanzen im Folgejahr wieder kräftig austreiben können. Ähnlich wie bei Dionaea oder Cephalotus ist zwar auch eine ganzjährig warme Kultur möglich aber diese schadet den Pflanzen auf Dauer.

Da die Pflanzen mit der Zeit ein sehr tiefes Wurzelwerk ausbilden, das sie am Naturstandort bei Buschbränden vor dem Absterben bewahrt, eignen sich hohe Töpfe (15-20cm) für die dauerhaft erfolgreiche Kultur ausgewachsener Pflanzen am besten.