Die richtige Kultur von Darlingtonia (Kobralilie)


D. californica
D. californica

Darlingtonia californica, die Kobralilie, zählt für mich mit zu den eindrucksvollsten fleischfressenden Pflanzen.

Ihre natürliche Heimat liegt in Westoregon und Nordkalifornien (USA). Dort wächst sie auf sehr mineralischen Böden, oft direkt an kleinen Flüssen, die das Wurzelwerk ständig mit frischem kühlen Wasser umspülen.

Da die Pflanze aufgrund ihrer natürlichen Habitate an einen sehr kühl temperierten Wurzelbereich gewöhnt ist, gilt die Kultur in Töpfen als nicht ganz unproblematisch. Bereits bei Temperaturen jenseits der 25°C erwärmt sich das im Topf befindliche Substrat samt Wurzelwerk sehr stark und kann dabei zu plötzlichem Absterben der Pflanze führen.

Beachtet man jedoch einige Grundlagen, so ist die Kultur dieser tollen Pflanze sehr unkompliziert und auch für Anfänger möglich.

 

Kulturtipps:

 

Die größte Gefahr stellt die besagte hohe Temperatur im Wurzelwerk dar! Neben diversen Methoden, das Substrat zu kühlen - über Gießen mit Eiswasser, Styroporgefäße zur Isolieung, Komplettumhüllungen mit Moos etc. - haben wir die besten Erfolge mit folgender Methode.

Große unlackierte Tontöpfe, sehr lockeres Substrat und eine Drainageschicht am Topfboden. Gegossen wird täglich von oben bis das Wasser unten aus den Töpfen rausfließt. Bei der Verwendung von unlackierten Tontöpfen, fungieren diese durch die Oberflächenverdunstung wie ein kleiner Kühlschrank. Selbst bei hohen Außentemperaturen bleibt das Substrat so deutlich kühler.

Optional kann man die Substratoberfläche noch mit frischem Torfmoos (Sphagnum) bepflanzen und so zusätzlichen Schutz vor Überhitzung schaffen.

Sobald der Faktor Substrattemparatur unter Kontrolle ist, kann bei der Kultur zu Hause kaum etwas schief gehen.

Als Substrat wird eine sehr mineralische Mischung aus Weißtorf, Perlite, Quarzsand, Lavagestein und Zeolith, im Verhältnis 3:1:1:1:1, verwendet. Dadruch bleibt der Wurzelraum gut belüftet und überschüssiges Wasser kann zügig abfließen.

Auch eine Kultur in lebendem Sphagnum, gemischt mit etwas Perlite, ist eine gute Lösung, da durch die Verdunstung des Torfmooses der Wurzelbereich stets deutlich kühler als die Umgebungsluft bleibt. Leider trocknet diese Mischung rasch aus, sodass man sehr regelmäßig gießen muss! Bei hohen Töpfen können die Pflanzen aber problemlos im Anstau gehalten werden solange der Wurzelbereich nicht dauerhaft im Wasser steht. Das ist mittlerweile unsere bevorzugte Kulturmethode.

 

Wir empfehlen die Pflanzen an heißen Tagen im Halb-, oder Vollschatten zu halten. Darligntonia reagiert sehr empfindlich auf "warme Füße" und kann innerhalb eines heißen Tages irreparable Wurzelschäden erleiden, wenn das Substrat zu warm wird. Unsere Pflanzen stehen vor direktem Sonnenlicht geschützt im Freien. Dabei schirmt ein Schattierungsnetz vor direkter Sonne ab, senkrecht nach oben ist aber nur der blaue Himmel. Damit haben wir die geündesten Pflanzen erhalten, ohne Sommerausfälle oder Hitzestresserscheinungen.

 

Da das Ursprungshabitat zur temperierten Klimazone mit warmen Sommern und kalten Wintern zählt, benötigt Darlingtonia auch bei uns eine kühle Phase im Winter um kräftig und gesund zu bleiben.

Obwohl die Pflanzen leichte Fröste vertragen, überwintern unsere Pflanzen im frostfreien, dunklen Schuppen bei ca. 0-5°C. Während dieser Zeit stehen die Pflanzen deutlich trockener, gegossen wird nach Bedarf, ca. 1Mal/Woche.

Da bei so niedriger Temperatur kein Wachstum stattfindet, wird auch kein Licht benötigt, eine Zusatzbeleuchtung oder aufwendige, kühle und zugleich helle Standorte sind somit nicht notwendig.

Mit steigenden Temperaturen benötigen die Pflanzen auch wieder mehr Licht. Sobald die Nächte frostfrei bleiben, können die Pflanzen wieder dauerhaft ins Freie gestellt werden.

Eine Sommerkultur im Moorbeet ist ebenfalls möglich.  Wir empfehlen jedoch die Pflanzen über den Winter einzutopfen und frostfrei zu überwintern.

 

Nach erfolgreicher, kühler Überwinterung bildet sich im Frühjahr der Blütentrieb bei ausgewachsenen Pflanzen (ca. ab dem 3. Jahr).

Wer keinen Wert auf Samen - die zahlreich gebildet werden - legt, schneidet den Blütentrieb frühzeitig ab. Die Pflanze steckt viel Energie in die Bildung ihrer Blüte und beginnt erst nach dessen Vollendung mit der Schlauchproduktion...

 

Nun beginnt der Kreislauf von neuem!

 

Es sind noch Fragen offen geblieben? Kontaktieren sie uns doch einfach, gerne versuchen wir zu helfen!

 

 

D. californica
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