Die richtige Kultur von Cephalotus (Zwergkrug)


Zwergkrug im Topf
Cephalotus follicularis

Cephalotus follicularis, der Zwergkrug, stammt aus Südwestaustralien und komm dort nur in einem sehr begrenzten, küstennahen Gebiet vor.

Man findet diese Pflanze im lichten Unterholz, im feuchten Grasland und sogar direkt auf Klippen wachsend an der Küste. Mit Hilfe von Nektarduft und der beiden Flügelleisten an den Krügen werden Insekten auf direktem Weg zum Fallenrand gelockt und so gefangen.

 

An seinem Naturstandort durchlebt der Zwergkrug einen milden Winter und warmen Sommer. Dabei liegen die Temperaturen im Winten zwischen 5-10°C und im Sommer bis 30°C. Obwohl es mittlerweile viele Kulturformen wie 'Hummer's Giant', 'Eden Black' oder 'Big Boy' gibt, handelt es sich immer um ein und dieselbe Art. Lediglich bestimmte Merkmale wie Größe oder Farbe variieren bei diesen Pflanzen. Dabei ist es manchmal mit bloßem Auge kaum möglich, die unterschiedlichen Formen ohne Ettiketierung auseinanderzuhalten..

 

 

Kulturtipps:

 

Auch erfahrene Züchter haben mit der Kultur dieser interessanten Pflanze  manchmal Probleme. Blattlausbefall ist ein typisches Problem bei Pflanzen, die unter ungünstigen Bedingunen gehalten werden. Hier helfen alle für Zierpflanzen üblichen Präparate zuverlässig. Die erste Maßnahme sollte jedoch das Absammeln per Hand sein und auf Dauer die Kulturbedingungen zu verbessern.

Ebenfalls nicht ungewöhnlich ist ein Befall mit Mehltau. Auch als "Schönwetterpilz" verharmlost, tritt der Mehltau gerne bei Freiluftkultur auf. Auch hier gilt es zunächst per Hand befallene Stellen möglichst zu entfernen und mit einem handelsüblichen Zierpflanzenpräparat nach Anweisung zu behandeln.

Während Blattlausbefall oder Mehltau relativ leicht behandelt werden können, zählt die Kraut- oder Wurzelfäule zu den nahezu immer tödlichen Erkrankungen bei Cephalotus.

Bei dieser Pilzerkrankung beginnen Krüge und Blätter plötzlich einzufallen und erwecken den Eindruck, dass die Pflanze vertrocknet. Verursacht wird dieses Phänomen dadruch, dass der Pilz die Leitbahnen in den Wurzeln verschließt und somit die Pflanze "verdursten" lässt. Leider kommt meist jede Hilfe zu spät, wenn erst einmal erste Anzeichen dieses Befalls auftreten.

Der einzige Schutz liegt daher in der Prävention. Beachtet man einige Faktoren in der Kultur, lässt sich ein Botrytisbefall recht sicher vermeiden.

 

Genau wie Darlingtonia, verträgt auch Cephalotus keine hohe Temperaturen im Wurzelbereich!

Verwenden Sie großvolumige Töpfe, nutzen Sie sehr luftige Substrate, gönnen Sie den Pflanzen einen schattierten Standort bei hohen Außentemperaturen und vermeiden Sie unbedingt Staunässe in der heißen Jahreszeit!

Wir verwenden für besonders schöne Sammlungspflanzen zudem Tontöpfe, die durch Verdunstung zusätzlich für Kühlung sorgen. Alle anderen Pflanzen stehen bei uns in Plastiktöpfen im Freien, geschützt vor Regen und bei hohen Temperaturen mit Schattiernetz abgehängt.

Gegossen wird dabei stets von oben, wobei die Pflanzen mäßig feucht gehalten werden. Bei sehr hohen Töpfen (>15cm) verwenden wir auch das Anstauverfahren.

Als Substrat findet eine Torf, Perlite, Bims, Quarzsandmischung im Verhältnis 2:2:1:1 Verwendung. Damit bleibt das Substrat locker und luftig wodurch ebenfalls der Bildung von Wurzelfäule vorgebeugt wird.

Im Winter durchlebt Cephalotus eine Art Ruhephase. Während dieser Zeit bilden die Pflanzen vorwiegend nichtcarnivore Winterblätter.

Da mit sinkender Temperatur und weniger Licht die Gefahr von Schimmel steigt, sollten die Pflanzen nun deutlich trockener gehalten werden. Ebenfalls ist eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten. Die Temperaturen sollten dabei die 15°C nicht dauerhaft übersteigen.

Blütenstand
Cephalotus Blütenstand

Im Frühjahr mit steigenden Temperaturen und längerer Tagesdauer beginnen die Pflanzen wieder ihre reizvollen Krüge zu produzieren. Auch die Blütentriebe, an denen später zahlreiche sternförmige Blüten gebildet werden, treiben nun in die Höhe.

 

Eine leichte Blattdüngung wirkt sich sehr positiv auf das Wachtum aus. Wir verwenden seit Jahren einen vollmineralischen Flüssigdünger von Mai bis Oktober.

Hierbei gilt: Weniger ist Mehr! Eine Anwendung alle 1-2 Wochen reicht völlig aus.

 

 

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